Palin Palin
Nein, es geht heute weder um einen alten Sketch von Dieter Hallervordern noch um eine us-amerikanische Gouverneurin. Stattdessen schreibe ich heute über so genannte Palindrome. Dabei handelt es sich um Wörter oder Sätze, die sowohl vorwärts als auch rückwärts gelesen einen Sinn ergeben. Das Wort "Palindrom" kommt aus dem Griechischen. Dort heißt "Palindromos" in etwa soviel wie "rückwärts laufend". Textgestalterisch spielen solche Wörter besonders in der Werbung oder als Gedächtnisstütze eine Rolle. Als Freund von symmetrischen Figuren sind solche Begriffe wie "Reliefpfeiler" oder "Retsinakanister" oder Sätze wie "Die Liebe ist Sieger; stets rege ist sie bei Leid." für mich ein besonderes Phänomen der Sprache.
Palindrome können grundsätzlich in allen Sprachen vorkommen. Ihre Bildung ist jedoch stark abhängig von der jeweiligen Sprachstruktur. Die finnische Sprache kann hier beispielsweise durch ihren Gebrauch von Affixen längere Palindrome bilden als Sprachen, bei denen Affixe nicht so stark ausgeprägt sind. So ist es auch nicht verwunderlich, dass eines der längsten Palindrome das finnische Wort "Saippuakauppias" ist, was auf Deutsch soviel wie Seifenhändler bedeutet.
Übrigens kommen Palindrome nicht nur in der Schriftsprache vor. In der Mathematik und in der Kryptographie sowie in verschiedenen Anwendungsbereichen der Informatik spielen sie ebenfalls eine bedeutende Rolle. Kennt ihr weitere Wort- oder Satzpalindrome? Schreibt sie mir gerne in die Kommentare.
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