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Tierische Regeln der Sprache

Tierische Regeln der Sprache
Tierische Regeln der Sprache Sebastian

Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass der Mensch das einzige Lebewesen auf unserer Erde ist, das eine vollständige Sprache entwickelt hat, die nach klaren Regeln funktioniert. Wissenschaftler der Universitäten von St. Etienne (Frankreich), Turin (Italien), Rom (Italien), Mailand (Italien), Pistoia (Italien) und Turin (Italien) haben allerdings herausgefunden, dass Pinguine auf einer Art kommunizieren, die in gewissen Bereichen nach ähnlichen Regeln funktioniert wie die menschliche Sprache.

Insbesondere beziehen sich die Forscher auf das so genannte Zipf’sche Gesetz. Dieses besagt im linguistischen Sinn, dass Wörter innerhalb einer Sprache mit zunehmender Länge seltener werden. Anders gesagt, je kürzer ein Wort ist, desto häufiger wird es verwendet. Ein Beispiel: Während die deutschen Wörter "und", "ist", "der", "die", "das" vergleichsweise kurz und vergleichsweise häufig sind, Wörter wie "Häufigkeitsverteilung" oder "Wahrscheinlichkeit" werden in einer beliebigen Ansammlung von Texten eher seltener vortreten. Ähnliches lässt sich bei den erforschten Pinguinen erkennen. Hier war jedoch die Komplexität der Laute entscheidend. Die Forscher konnten feststellen, dass kürzere Laute deutlich häufiger verwendet wurden als längere und komplexere Laute.

Das zweite Gesetz, zu dem es eine Verbindung zu geben scheint, ist das so genannte Menzerath-Altmann-Gesetz. Demnach ist die Komplexität der direkten Bestandteile einer sprachlichen Einheit abhängig von der Komplexität der Einheit selbst. Das Gesetz besagt: "Je größer ein sprachliches Konstrukt, desto kleiner seine Konstituenten." Je mehr Silben ein Wort also hat, desto kürzer sind diese Silben im Schnitt (gemessen an der Anzahl der Laute oder Buchstaben) . Auch hier gibt es offensichtlich Übereinstimmungen bei den untersuchten Pinguinen. Längere Rufe besaßen weniger komplexe Tonfolgen als kürzere Rufe.

Mit dieser wissenschaftlichen Erkenntnis haben die Forscher offensichtlich beweisen können, dass grundsätzliche linguistische Muster auch im Tierreich gültig sind.

https://www.livescience.com/jackass-penguin-linguistic-rules.html

https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rsbl.2019.0589

https://www.cis.uni-muenchen.de/~micha/kurse/statistik-SS2009/wiederholung/Zipfkurz.pdf

Menzerath P. (1954). Die Architektonik des deutschen Wortschatzes. Bonn, Dümmler

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Sebastian

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